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Haarwachstumspeptide: welche Wege erforscht werden

✦ Kurz gesagt
PTD-DBM, AHK-Cu, GHK-Cu und TB-500 wirken je über einen eigenen Weg auf den Haarfollikel. Wnt-Weg, dermale Papille und Evidenz pro Peptid. RUO.

Forschungskontext (RUO): Die Peptide auf dieser Seite werden in Modellen rund um den Haarfollikel untersucht. Alles Folgende beschreibt veröffentlichte Labor- und Tierforschung. Peplife liefert diese Substanzen ausschließlich für die In-vitro-Laborforschung (Research Use Only), nicht für die Anwendung bei Mensch oder Tier, und trifft keine Aussagen über eine Wirkung beim Menschen.

Haarwachstumspeptide: welche Wege erforscht werden

Unter dem Begriff Haarwachstumspeptide fallen eine Handvoll kurzer Peptide, die in der präklinischen Forschung jeweils über einen eigenen Weg am Haarfollikel ansetzen. Einige richten sich auf den Signalweg, der bestimmt, wann ein Follikel erneut eine Wachstumsphase startet, andere auf die Blutversorgung oder den Aufbau der umgebenden Matrix. Sie teilen also ein Forschungsfeld, keinen Wirkmechanismus. Dieser Übersichtsartikel stellt die vier Peptide nebeneinander, die in diesem Feld am häufigsten auftauchen, und beschreibt je Substanz, welche Evidenz vorliegt und wie umfangreich diese ist.

Die Biologie: Haarzyklus, dermale Papille und Wnt-Signalweg

Ein Haarfollikel durchläuft fortwährend einen Zyklus aus Wachstum (Anagen), Rückbildung (Katagen) und Ruhe (Telogen). Welche Phase aktiv ist, wird größtenteils von Signalen aus der dermalen Papille bestimmt, einem kleinen Knäuel Bindegewebszellen am unteren Ende des Follikels. Der Wnt-beta-Catenin-Weg ist dabei der wichtigste Schalter: wird er aktiv, beginnt eine neue Wachstumsphase. Nahezu die gesamte Peptidforschung rund um das Haarwachstum setzt irgendwo an dieser Kette an oder an der Durchblutung und dem Matrixaufbau, die eine Wachstumsphase erst möglich machen.

PTD-DBM: CXXC5 blockieren, um Wnt wieder freizugeben

PTD-DBM ist das Peptid mit dem spezifischsten Angriffspunkt in dieser Gruppe. Das Protein CXXC5 hemmt den Wnt-Weg, indem es an Dishevelled bindet. PTD-DBM ahmt diese Bindungsdomäne nach und verdrängt CXXC5 im Wettbewerb, wodurch die Bremse gelöst wird. In der Arbeit von Lee und Kollegen aus dem Jahr 2017 führte die topische Gabe dieses kompetitiven Peptids in Mausmodellen zu einer Reaktivierung des Haarzyklus, mit dem stärksten Effekt in Kombination mit Valproinsäure. Die Forschung ist schmal, aber mechanistisch scharf untermauert. Der Übersichtsartikel PTD-DBM-Forschung geht tiefer auf den CXXC5-Weg ein.

AHK-Cu: Kupferpeptid mit Fokus auf die dermale Papille

AHK-Cu ist ein Tripeptid (Alanyl-Histidyl-Lysin), das Kupfer bindet. In In-vitro-Studien mit dermalen Papillenzellen wurden die Zellproliferation und die Expression von Wachstumsfaktoren untersucht, die mit der Anagenphase zusammenhängen, darunter VEGF. Die Evidenz beschränkt sich auf eine kleine Zahl von Zellstudien, und die Dosis-Wirkungs-Kurve verläuft glockenförmig: außerhalb eines schmalen Konzentrationsbereichs verschwindet der Effekt. Das macht AHK-Cu als Forschungsmodell interessant, doch die Evidenz ist deutlich dünner als bei seinem bekannteren Verwandten.

GHK-Cu: Kupferpeptid mit breitem regenerativem Profil

GHK-Cu (Glycyl-Histidyl-Lysin mit Kupfer) ist mit Abstand das am besten dokumentierte Kupferpeptid. Die Forschung richtet sich vor allem auf Haut, Kollagen und Wundheilung, mit Genexpressionsdaten, die Hunderte Gene gleichzeitig erfassen. Die Haarfollikelforschung ist darin ein kleineres Teilgebiet. Wer die beiden Kupferpeptide direkt vergleichen möchte, findet das im Übersichtsartikel GHK-Cu und AHK-Cu vergleichen.

Thymosin beta-4 und TB-500: Durchblutung rund um den Follikel

Thymosin beta-4 ist ein körpereigenes Protein, das Aktin bindet und an der Zellmigration sowie an der Bildung neuer Blutgefäße beteiligt ist. In Mausmodellen wurde beschrieben, dass es die Follikelentwicklung beeinflusst, vermutlich indirekt über Angiogenese und die Migration von Follikelstammzellen. TB-500 ist dessen synthetisches Kernfragment. Die Forschung zu diesem Weg steht dem Haarzyklus ferner als die zu PTD-DBM, berührt aber dieselben Rahmenbedingungen. Siehe den Übersichtsartikel TB-500-Forschung für den vollständigen Kontext.

Die vier Peptide im Vergleich

PeptidAngriffspunkt in der ForschungUmfang der Evidenz
PTD-DBMCXXC5 verdrängen, Wnt-Weg freigebenSchmal, mechanistisch scharf
AHK-CuDermale Papillenzellen, WachstumsfaktorexpressionSchmal, einzelne Zellstudien
GHK-CuMatrixaufbau, Kollagen, GenexpressionBreit, Follikel ist Teilgebiet
Thymosin beta-4 und TB-500Angiogenese und Zellmigration rund um den FollikelMittel, vor allem Tiermodelle

Wie sich diese Forschung zu bestehenden Haarwuchsmitteln verhält

In den veröffentlichten Tiermodellen werden Peptide regelmäßig neben eine bekannte Referenzsubstanz gestellt, weil ein Vergleichsarm nötig ist, um einen Effekt einordnen zu können. Das bedeutet nicht, dass die Peptide damit eine Alternative wären: die Studien sind präklinisch, meist an Mäusen, und keine dieser Substanzen ist als Haarwuchsmittel bei EMA, NVWA oder FDA zugelassen. Der Vergleich in diesen Publikationen sagt etwas über die Stärke eines Signals in einem Modell aus, nicht über die Anwendung beim Menschen.

Topisch versus systemisch in Forschungsmodellen

Eine praktische Unterscheidung, die oft übersehen wird: PTD-DBM und die Kupferpeptide wurden in der veröffentlichten Forschung nahezu immer lokal auf die Haut aufgetragen, während TB-500 in Tiermodellen systemisch gegeben wurde. Dieser Unterschied bestimmt, welche Konzentration den Follikel tatsächlich erreicht, und macht einen direkten Vergleich von Dosierungen sinnlos. Wer Protokolle nebeneinanderlegt, muss also zuerst die Applikationsroute angleichen, bevor Zahlen etwas bedeuten.

Haarwachstumspeptide in der Laborforschung: Handhabung und Auflösen

Alle vier werden als gefriergetrocknetes Pulver geliefert. Kupferpeptide sind empfindlich gegenüber Licht und pH-Verschiebungen: die Kupfer-Histidin-Bindung ist der Grund, warum sich die Lösung blau färbt, und diese Farbe ist zugleich ein grober Hinweis darauf, dass der Komplex intakt ist. PTD-DBM und TB-500 sind nach der Rekonstitution gekühlt und dunkel zu lagern und vertragen wiederholtes Einfrieren schlecht. Die Rekonstitutionsanleitung beschreibt die Rechenschritte und die Praxis rund um Ansetzen und Aufbewahren.

Qualität & Reinheit

Bei Kupferpeptiden zählt neben der Peptidreinheit auch, ob der Kupferkomplex tatsächlich gebildet wurde; bei PTD-DBM geht es um eine längere Kette, in der sich Synthesefehler leichter anhäufen. Jede relevante Charge wird unabhängig von einem externen Labor per HPLC getestet und das Analysenzertifikat ist chargenweise öffentlich überprüfbar, sodass das Forschungsmaterial nachweislich dem spezifizierten Peptid entspricht. Im Übersichtsartikel warum wir eine Charge abgelehnt haben erfahren Sie, wie dieser Prozess in der Praxis funktioniert.

Häufig gestellte Fragen zu Haarwachstumspeptiden

Welches Haarwachstumspeptid hat die stärkste Forschungslage?
Mechanistisch ist PTD-DBM am schärfsten untermauert, weil das Ziel CXXC5 und der Weg darum herum explizit kartiert wurden. Nach der Gesamtzahl an Publikationen ist GHK-Cu mit Abstand am größten, doch diese Forschung befasst sich nur zum Teil mit dem Haarfollikel.

Was ist der Unterschied zwischen AHK-Cu und GHK-Cu?
Beide sind kupferbindende Tripeptide, jedoch mit einer anderen ersten Aminosäure. GHK-Cu ist breit an Haut und Kollagen erforscht, AHK-Cu nahezu ausschließlich an dermalen Papillenzellen.

Wirken diese Peptide einander ergänzend?
Sie setzen an verschiedenen Punkten an, daher ist Kombinationsforschung theoretisch naheliegend. Veröffentlichte Studien, die diese Peptide untereinander kombinieren, gibt es jedoch kaum; die untersuchten Kombinationen koppeln PTD-DBM an andere Substanzklassen.

Sind diese Substanzen gegen Haarausfall zugelassen?
Nein. Keines dieser Peptide ist als Arzneimittel oder kosmetischer Wirkstoff gegen Haarausfall bei EMA, NVWA oder FDA registriert. Sie werden ausschließlich für die Laborforschung geliefert.

Warum verläuft die Dosis-Wirkungs-Kurve von Kupferpeptiden glockenförmig?
Bei höheren Konzentrationen kippt der Effekt, vermutlich weil freies Kupfer selbst oxidativen Stress verursacht. In Zellstudien bedeutet das: außerhalb eines schmalen Bereichs verschwindet der gemessene Effekt oder kehrt sich um.

Weiterlesen & forschen bei Peplife

Quellen: Lee et al., J Invest Dermatol 2017 — Targeting of CXXC5 by a Competing Peptide · Pickart & Margolina, GHK-Cu und Hautregeneration, IJMS 2018 · PubChem — AHK-Cu Kupferpeptid · Thymosin beta-4, Zellmigration und Regeneration (PubMed)

Research Use Only. Alle Produkte werden ausschließlich für die In-vitro-Laborforschung geliefert. Nicht für diagnostische oder therapeutische Anwendungen bei Menschen oder Tieren bestimmt und nicht von der EMA oder FDA zugelassen.

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