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SS-31 (Elamipretid) Forschung: das mitochondriale Peptid

Kerndaten
AliasseElamipretide, MTP-131
KlasseMitochondrial (Cardiolipin)
Molekulargewicht (Da)639.8
Halbwertszeit (Richtwert)~2–4 h
ForschungsstatusIn klinischer Prüfung
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✦ Kurz gesagt
SS-31 (Elamipretid) Forschung: wie dieses mitochondriengerichtete Peptid in Studien Cardiolipin an der Innenmembran stabilisiert. RUO.

Forschungskontext (RUO): SS-31 (Elamipretid) ist ein mitochondriengerichtetes Tetrapeptid, das in der Forschung selektiv an Cardiolipin in der inneren mitochondrialen Membran bindet. Es wird ausschließlich für die In-vitro-Laborforschung geliefert und ist nicht für den Einsatz bei Mensch oder Tier bestimmt.

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SS-31-Forschung: das mitochondriengerichtete Peptid Elamipretid

SS-31 (Elamipretid) — untersuchter Mechanismus: Bindung an Cardiolipin in Mitochondrien und Zellenergie in Labormodellen. RUO.UNTERSUCHTER MECHANISMUS · RUOSS-31CardiolipinMitochondrienEnergie
Vereinfachtes Schema des untersuchten mitochondrialen Mechanismus von SS-31.

SS-31 (Elamipretid) — Peplife

Die SS-31-Forschung konzentriert sich auf eines der am gezieltesten wirkenden Peptide in der mitochondrialen Biologie: Elamipretid, ein kleines synthetisches Tetrapeptid, das in Studien direkt zur inneren mitochondrialen Membran wandert. Während viele Longevity-Peptide indirekt auf Stoffwechselwege einwirken, zielt SS-31 auf den Ort, an dem die Zelle ihre Energie erzeugt. Das macht es zu einem dankbaren Modell für Forscher, die mitochondriale Funktion, oxidativen Stress und Energieproduktion kartieren.

Was ist SS-31 (Elamipretid)?

SS-31 ist ein synthetisches Tetrapeptid — vier Aminosäuren lang — mit der Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂, wobei “Dmt” für 2′,6′-Dimethyltyrosin steht. Es trägt auch die Namen Elamipretid, Bendavia und MTP-131 und hat die Summenformel C₃₂H₄₉N₉O₅ (PubChem CID 11764719). Der Aufbau ist raffiniert: zwei positiv geladene Aminosäuren (D-Arg und Lys) lenken das Molekül in Richtung der negativ geladenen Innenmembran der Mitochondrien, während die aromatischen Teile (Phe und Dmt) helfen, Zellmembranen zu passieren. So erreicht das Peptid ohne aktiven Transport das Innere der Mitochondrien — die seltene Eigenschaft, die SS-31 in der Laborforschung so interessant macht.

Wie wirkt SS-31 in der Forschung? — der Mechanismus

Das zentrale Thema in der SS-31-Forschung ist die Bindung an Cardiolipin, einem einzigartigen Phospholipid, das nahezu ausschließlich in der inneren mitochondrialen Membran vorkommt. Cardiolipin hält die stark gefalteten Membranfalten (die Cristae) an ihrem Platz und organisiert die Proteinkomplexe der Elektronentransportkette — das “Fließband”, das ATP, die Energiewährung der Zelle, produziert. Wird Cardiolipin durch oxidativen Stress geschädigt, zerfallen diese Komplexe und die Energieproduktion sinkt.

In der Forschung bindet SS-31 selektiv an Cardiolipin und wird mit stabileren Cristae, geringerer Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und effizienterer ATP-Synthese in Verbindung gebracht. Eine vielzitierte Studie in PNAS (2020) kartierte die Interaktionslandschaft von SS-31 und beschrieb, wie das Peptid die Organisation der Elektronentransportkette an der Membran beeinflusst, anstatt ein einzelnes Enzym zu hemmen. Forscher fassen dies oft als das “Wiederherstellen” der Membranumgebung zusammen, in der die Energieproduktion stattfindet — ein grundlegend anderer Ansatz als klassische Antioxidantien.

Wofür wird SS-31 erforscht?

Da mitochondriale Dysfunktion in vielen Geweben eine Rolle spielt, wurde Elamipretid in unterschiedlichen präklinischen und klinischen Forschungssettings untersucht. Effekte werden hier stets der Studie zugeschrieben, nicht dem Leser.

  • Herz & Energiestoffwechsel: in Tiermodellen wurde eine chronische Verabreichung mit dem Erhalt der linksventrikulären Funktion in Verbindung gebracht; die klinische PROGRESS-HF-Studie untersuchte Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion.
  • Mitochondriale Myopathie: die Phase-3-Studie MMPOWER-3 untersuchte Elamipretid bei genetisch bestätigter primärer mitochondrialer Myopathie, mit Post-hoc-Signalen in Untergruppen mit mtDNA-Erhaltungsdefekten.
  • Auge / trockene AMD: die ReCLAIM-Studie untersuchte das Peptid bei trockener altersbedingter Makuladegeneration; Forscher berichteten von einer Assoziation mit einem langsameren Abbau der mitochondrienreichen Fotorezeptorschicht.
  • Skelettmuskel & Alterung: in älteren Mäusen wurde eine späte Verabreichung in einer eLife-Studie (2020) mit der Wiederherstellung der mitochondrialen und kardialen Funktion in Verbindung gebracht; andere präklinische Arbeiten untersuchten die Muskelfaserzusammensetzung und Ermüdung.
  • Barth-Syndrom: bei dieser seltenen Cardiolipin-Erkrankung (TAZPOWER) wurde der Ansatz am weitesten entwickelt; Elamipretid erhielt 2024 eine erste Zulassung für das Barth-Syndrom, was den Cardiolipin-Mechanismus unterstreicht.

SS-31 in der Laborforschung: Handhabung & Lösen

SS-31 wird als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver geliefert und in Forschungsprotokollen in der Regel mit bakteriostatischem oder sterilem Wasser rekonstituiert. Als kleines, relativ gut lösliches Peptid geht es meist zügig in Lösung, aber wie bei allen Peptiden bestimmen die Wahl des Lösungsmittels und die Lagerung die Stabilität Ihres Forschungsmaterials. Wer die Grundlagen durchgehen möchte, findet die Details in unserer Säule über Peptide rekonstituieren und welche Flüssigkeit man zum Auflösen eines Peptids wählt. Für mitochondriengerichtete Forschung kombinieren Labore SS-31 konzeptionell oft mit verwandten Verbindungen wie MOTS-c, ein weiteres mitochondriales Peptid.

Qualität & Reinheit

Jede relevante Charge wird unabhängig von einem externen Labor per HPLC getestet; das Analysenzertifikat (CoA) ist chargenweise öffentlich überprüfbar. Für ein Tetrapeptid wie SS-31 ist diese Verifizierung wichtig: Identität, Reinheit und das Fehlen von Abbauprodukten bestimmen, ob Forschungsergebnisse reproduzierbar sind. Ein verifiziertes CoA zeigt, dass das gelieferte Material tatsächlich Elamipretid in der angegebenen Reinheit ist, sodass Labordaten aussagekräftig bleiben.

Häufig gestellte Fragen zur SS-31-Forschung

Was genau ist SS-31?
SS-31 (Elamipretid) ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂, das in der Forschung selektiv an Cardiolipin in der inneren mitochondrialen Membran bindet. Es wird ausschließlich für die In-vitro-Laborforschung angeboten.

Wie unterscheidet sich SS-31 von einem gewöhnlichen Antioxidans?
In der Forschung wirkt SS-31 nicht, indem es frei umherwandert und Radikale abfängt, sondern indem es sich auf Cardiolipin in der Membran richtet. Studien bringen dies mit stabileren Cristae und effizienterer ATP-Synthese in Verbindung, statt ausschließlich mit ROS-Neutralisierung.

Wofür wird SS-31 erforscht?
Präklinische und klinische Studien haben Elamipretid unter anderem bei Herzinsuffizienz, primärer mitochondrialer Myopathie, trockener Makuladegeneration, Alterung der Skelettmuskulatur und dem Cardiolipin-gebundenen Barth-Syndrom untersucht.

Warum bezeichnen Quellen es als “mitochondriengerichtet”?
Aufgrund seiner Ladung und Struktur reichert sich das Peptid in der Forschung in der inneren mitochondrialen Membran an, nahe den energieproduzierenden Proteinkomplexen — daher der Begriff mitochondriengerichtet.

Wie wird SS-31 in einem Labor gelagert?
Als gefriergetrocknetes Pulver wird es in der Regel kühl und trocken gelagert; nach der Rekonstitution gilt gekühlte Lagerung. Konkrete Protokolle fallen außerhalb der RUO-Dosierungsempfehlung und gehören zum Forschungsdesign.

Ist SS-31 dasselbe wie Elamipretid und Bendavia?
Ja. SS-31, Elamipretid, Bendavia und MTP-131 beziehen sich auf dasselbe Tetrapeptid (PubChem CID 11764719).

Weiterlesen & forschen bei Peplife

Quellen: Elamipretide: A Review of Its Structure, Mechanism of Action, and Therapeutic Potential (Int. J. Mol. Sci., 2025) · Mitochondrial protein interaction landscape of SS-31 (PNAS, 2020) · PubChem — Elamipretide (CID 11764719) · FDA approves elamipretide for Barth syndrome (Johns Hopkins Hub)

Research Use Only. Alle Produkte werden ausschließlich für die In-vitro-Laborforschung geliefert. Nicht für diagnostische oder therapeutische Anwendungen bei Menschen oder Tieren bestimmt und nicht von der EMA oder FDA zugelassen.

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